Ich schreibe hier jede Woche einen Eintrag ueber meine Zeit in Kasachstan. Vielleicht kommen demnaechst auch noch ein paar Bilder dazu.
Ich freue mich ueber Kommentare; bitte diese an die Email-Adresse auf der Startseite schicken.
Bis vor kurzem war auch Andre www.back-to-kazakhstan.blogspot.com in Almaty. Viele Ausfluege haben wir zusammen unternommen. Reinschauen lohnt sich also!
Ein weiteres interessantes Almaty-Weblog findet man unter www.wiedenmeier.ch/wordpress/.
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1. Woche 28. August - 07. September
Nach einer Woche, genauer gesagt waren es sogar 1.5 Wochen, habe ich mich so langsam in Almaty eingewoehnt. Almaty, die gruene Stadt, Baeume soweit das Auge reicht. Parks, Springbrunnen, Blumenteppiche. Und taeglich eine schwere Dunstglocke ueber den 500000 Autos, die die Strassen bevoelkern. Endlose Staus, lautes Hupen, wild gestikulierende Strassenpolizisten. Almaty ist eine Stadt mit grossen Gegensaetzen.
Wir befinden uns im Sueden Kasachstans, nicht weit von der kirgisischen und ebenfalls nicht weit von der chinesischen Grenze. Das Altai Gebirge mit seinen ueber 4000 Metern hohen Gipfeln ist zum Greifen nahe.
Ich verbringe hier 2 Monate, Industriepraktikum. Den Praktikumsplatz habe ich ueber IAESTE bekommen, eine non-profit Organisation, die weltweit Praktikantenplaetze organisiert und vermittelt.
Der Flug nach Almaty verlief reibungslos, er fuehrte mich ueber Muenchen und Riga direkt in die ehemalige Hauptstadt Kasachstans, Almaty. Almaty ist mit seinen 1.5 Millionen Einwohnern immer noch groesste Stadt Kasachstans. Die Hauptstadt heisst aber jetzt Astana und befindet sich einige (viele) hundert Kilometer weiter noerdlich mitten in der grossen Steppe (Sary Arka). Kasachstan ist riesig; mit seinen gerade mal 15 Millionen Einwohnern erstreckt es sich ueber einer Flaeche, die in etwa 6-7 Mal Platz fuer die Bundesrepublik bieten wuerde. Geographisch hat das Land alles zu bieten: Von Wueste ueber Steppe, ausgedehnte Waldlandschaften bis hin zum ewigen Eis des Tian Shan und Altai Gebirges. Vom Niveau des kaspischen Meeres bis zu den 7000ern an der chinesischen Grenze.
Die ersten Tage habe ich hauptsaechlich mit einer ausgedehnten Eingewoehnungsphase verbracht. Ich lebe in einem Studentenwohnheim zusammen mit 4 anderen Studenten auf einem Zimmer (das ist hier ganz normal). Luxus darf man hier keinen erwarten. Immerhin meist gibt es kaltes und warmes Wasser (manchmal auch nur eine Sorte) und einen groesseren Stromausfall hatten wir bis jetzt nur einmal zu beklagen. Meine Arbeitsstelle ist sehr interessant und die Kollegen nett. Ich beschaeftige mich hauptsaechlich mit Messwerterfassung in Labview, schreibe das ein oder andere Programm und entwickle kleinere elektronische Schaltungen.
Almaty ist auch der Anlaufpunkt fuer weitere IAESTE Studenten aus aller Welt. Unter anderem Schweiz, Neuseeland, Tschechien, Tailand... Am ersten Wochenende wurde ein Ausflug nach "Turgen" organisiert, einer kleinen Siedlung im Suedosten von Almaty. Es gibt dort recht viel schoene Natur, Wasserfaelle und vor allem eines: klare Luft! Nach der Mischung aus Zweitakter-Dunst, Dieselruss und jeder Menge Fein-, Mittel- und Grobstaub der letzten Tage war der Ausflug in die Natur ein wahrer Segen.
Eine weitere Tour fuehrte uns in die Berge nach Shymbulak einem Skierholungsort. Im Sommer bietet sich dieser als Ausgangspunkt fuer ausgedehnte Wandertouren rund um die Berge und auch zu den Gletschern an. Immerhin in 3 Stunden Aufstieg haben wir etwa 900 Hoehenmeter ueberwunden und in 3100 Metern das glaciologische Institut am Fusse des Tujuksu Gletschers erreicht. Leider hatte sich der Gletscher im Sommer sehr weit zurueckgezogen und somit entschlossen wir uns fuers erste den Besuch auf ein anderes Mal zu verschieben. Vielleicht waren wir aber auch nur zu beeindruckt von den schneeweissen Gipfeln, den klaren und eiskalten Gletscherbaechen und dem endlosen Panorama aus unzaehligen 100jaehrigen Kiefern.
Soweit mein Bericht zur ersten Woche in Kasachstan.
Viele Gruesse nach Deutschland.
Michael
2. Woche 08.September - 14. September
Die Woche beginnt stressig. Auf der Arbeit gibt es viel zu erledigen und Softwareprobleme mit Labview zu loesen. Das Wochenende lockt aber schon mit einem grossartigen Ausflug zum Canyon des Flusses Sharyn. Dazu spaeter mehr.
Als erstes galt es ein paar IAESTE Studenten zu verabschieden. Die meisten waren schon Anfang August oder gar im Juli nach Kasachstan gereist. Ich konnte aus organisatorischen Gruenden (Uni, Pruefungen) leider erst im September kommen. Immerhin konnten wir noch eine Woche gemeinsam verbringen.
Meine Ankunft Ende August hat den Vorteil, dass die groesste Sommerhitze schon vorbei ist. Im Juli und August sind Temperaturen von ueber 40 Grad im Schatten keine Seltenheit. Da helfen auch die ausgedehnten Aleen nichts mehr und der Smog duerfte der ein oder anderen empfindlichen Natur den Rest geben. Der September ist mit Hochsttemperaturen von 30 Grad noch recht warm, leider muss ich im Oktober schon mit den ersten Nachtfroesten und leider auch ausgedehnten Regen- oder gar Schneetagen rechnen. Aber noch ist es nicht soweit.
Meine Freizeit unter der Woche (die eher gering war, in Kasachstan wird recht lange gearbeitet - dafuer meist eher wenig produktiv.) habe ich mit Spaziergaengen durch die Stadt verbracht. Vor allem Abends trifft man viele junge Leute auf den Strassen und auch Nachts kommt die Stadt nicht zur Ruhe. In den vielen Parks der Stadt sieht man am Wochenende unzaehlige Hochzeitsgesellschaften. Heiraten ist "in" in Kasachstan. Ein wahres Highlight ist die Heilige Auferstehungskathedrale, die vollstaendig aus Tannenholz erbaut ist. Die Abwesenheit von Baustoffen wie Metall oder Stein fuehrt auch zur Verwendung von hoelzernen Naegeln. Die schweren Erdbeben von 1910 und 1921 ueberstand die Kathedrale ohne Schaeden. Viele Tuermchen und bunt bemalte Fassaden erinnern an die Basilius-Kathedrale in Moskau.
Desweiteren haben wir auch die Hauptmoschee von Almaty besucht. Sie ist ein Gemeinschaftswerk vieler islamischer Gemeinden. Beeindruckend ist die Ruhe im Inneren und die Abwesenheit von Schmuck und Einrichtungsgegenstaenden. Einzig ein ausgedehnter Teppich und ein gigantischer Kronlaeuchter heben sich von den kahlen Waenden ab.
Beeindruckend sind in Almaty auch die Maerkte, allen voran der sogenannte "gruene Markt". Almaty befindet sich direkt an der ehemaligen Seidenstrasse und somit geben die sehr orientalischen Maerkte (eigentlich muesste man eher Basare sagen) ein gutes Gefuehl, wie es hier vor einige Hundert Jahren zugegangen ist. Auf dem gruenen Markt gibt es, wie der Name schon sagt vor allem viele Staende mit Fruechten und Gemuese. Um diese Jahreszeit sind die Fruechtestaende besonders beeindruckend. Meterhoch tuermen sich Wasser- und Honigmelonen. Saeckeweise werden saftige Aepfel, frisch geerntet nahe der Stadt, dargeboten. Der Name Almaty (russisch Alma Ata) heisst uebersetzt "Vater der Aepfel" (genau genommen ist das eigentlich eine falsche Uebersetzung der Russen aus dem kasachischen) und zeugt von den schmackhaften, grossen, roten Aepfeln, die in der direkten Umgebung der Stadt angebaut werden und auf der ganzen Welt bekannt sind. Aber auch eine grosse Fleischhalle sowie viele Gewuerzverkaufer befinden sich auf dem Gelaende des Basars. Desweiteren gibt es Verkaufer, die auf engstem Raum Haushaltswaren aller Art verkaufen. Von Toilettenpapier ueber mp3-Player-Verlaengerungskabel bis hin zu Sekundenkleber findet man hier fast alles.
Am Wochenende ging es auf der Route der ehemaligen Seidenstrasse in Richtung Sharyn. Dieser Fluss hat im Laufe von vielen tausend Jahren eine beeindruckende Canyonlandschaft in den Sandsteinboden der Steppe gewaschen. Die Fahrt von Almaty dauert etwa 5 Stunden - fuer 180 Kilometer. Viele kasachische Doerfer werden durchquert. Kuehe und Ziegen laufen auf den Strassen, Bauern mit Pferdefuhrwerken kommen uns entgegen, entlang des Weges wird alles angeboten was die Gaerten um diese Jahreszeit bieten: Melonen, Aepfel, Birnen, Weintrauben, Gurken, Paprika, Zwiebeln, usw... Weiter oestlich und schon nicht mehr allzuweit von der chinesischen Grenze wandelt sich die bis dahin gruene Landschaft in ausgedehnte Steppe. In 2 Stunden Fahrt bilden vertrocknete Olivenbaume und einsame Klohaeuschen die einzige Abwechslung. Nur selten kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Die Sonne brennt heiss und der Staub hat mittlerweile seinen Weg durch das Lueftungssystem des Busses gefunden. Die letzten 10 Kilometer fuehren in einer Stunde auf einer Staubstrasse direkt an den Rand des Canyons (ja, naechstes Mal gehen wir zu Fuss...). Der Sharyn Canyon ist (nach Aussage der Kasachen) der zweitgroesste der Welt. Ob das stimmt weiss ich nicht. Beeindruckend ist er allemal. Nach einem etwa 1.5 stuendigen Abstieg tuermen sich die Sandsteinwaende bereits viele 10 Meter hoch. Einige der Steinformationen haben Namen wie "Fisch", "Huehnchen" oder gar "Mobiltelefon". Man trifft auf Schlangen und Eidechsen, die sich in dem meist verdrocknetem Gebuesch verstecken. Am Fusse des Canyons stroemt reissend und metertief der Fluss Sharyn. Vom Baden wurde uns wegen der gefaehrlichen Stroemungen abgeraten. Immerhin, unsere Fuesse haben eine Erholung verdient. Wir treffen auf eine Gruppe Uiguren, die unweit des Flusses ein Festmahl abhalten. Sofort wird uns Fleisch, Brot und Tee gewuerzt mit frischer Ziegenmilch und Salz gereicht. Drei Musiker zeigen uns ihre uigurischen Instrumente und stimmen zu einem kleinen Staendchen an.
Der Rueckweg fuehrt diesmal wesentlich steiler an der Wand des Canyons bis auf das Niveau der Steppe. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf das System der Schluchten, welches in der Abendstimmung besonders gut zur Geltung kommt.
Damit ging die zweite Woche auch schon zu Ende.
Viele Gruesse wuenscht,
Michael
3. Woche 15.September - 21. September
Eine weitere Woche liegt hinter mir. Es ist immer noch drueckend heiss in Almaty. Zwar gab es Nachts den ein oder anderen Regenschauer, doch ist das Wasser bereits verdampft bevor es den fingerdicken Staub von den Wegen und Strassen waschen konnte. Ja, es ist wirklich unheimlich staubig hier. Man versucht zwar mit Tankwagen die Strassen zu benetzen, dies fuert aber eher noch zu mehr Dunst in der Luft, eine Komponente die sich gerne zu Smog und Staub gesellt.
Die Arbeitswochen verlief normal. Zur Zeit habe ich wenig zu tun, da mir einige wichtige elektronische Bauteile fehlen. Man koennte meinen, dass Elektronik hier in Kasachstan kein Problem ist - China ist doch so nahe. Das Gegenteil ist der Fall. IT Elektronik kostet meist sogar mehr als in Deutschland - und das bei wesentlich geringeren Mehrwertsteuern (etwa 13%). Man darf dabei nicht vergessen, dass auch die Loehne wesentlich niedriger sind als in Deutschland. Ein Ingenieur muss sich hier teilweise mit 230 Euro im Monat zufrieden geben. Facharbeiter verdienen noch weniger. Es verwundert, dass man auf den Strassen so viele moderne und teuere Autos sieht. Vorallem viele SUVs (so eine Art Pferdersatz fuer das kasachische Reitervolk?) bevoelkern die Strassen. BMW X5, VW Touareg, und sogar Porsche Cayenne sind keine Seltenheit. Und auch schon den ein oder anderen Hummer habe ich zu Gesicht bekommen. Wer kann sich hier diese Autos leisten? Es handelt sich um eine Minderheit, die, wie so oft, einen Grossteil des wirtschaftlichen Erfolges von Kasachstan fuer sich beansprucht. Allen voran geht es hier um Geld aus Rohstoffexporten (Buntmetalle, Eisenerz, Rohoel).
Die Autos sind hier in Kasachstan traditionell mit einer Person besetzt (da haben wir wieder den Pferdevergleich). Hiermit schliesst sich auch der Kreis zu den kilometerlangen Staus, die sich natuerlich bevorzugt zu den Morgen- und Abendstunden bilden. Zu Fuss ist man schneller - danach sollte man sich aber eine Dusche goennen.
Auch das Nachtleben in Almaty zeugt vom Reichtum der kasachischen Oberschicht. Ein Bier fuer 1000 Tenge (knapp 6 Euro) ist keine Seltenheit. Das fuehrt dazu, dass die Studenten hier eher selten ausgehen und dafuer umso mehr im Wohnheim feiern. Ja, das Wohnheim, ich hatte es ja vorletzte Woche schon kurz erwaehnt. Es handelt sich um einen haesslichen sowjetischen Plattenbau, wobei Platte nicht immer heissen muss, dass saemtliche Waende und Decken gerade gehalten sind. Beim Verputzen haben die Bauarbeiter vermutlich auch viel Bier verputzt...
Im Gegensatz zu deutschen Wohnheimen geht es eher streng zu. Das Mitbringen von Gaesten ist nur in Ausnahmefaellen gestattet und meistens muessen sich diese spaetestens um 10 Uhr Abends verabschieden. Alkohol und Zigaretten sind streng verboten (obwohl die meisten Bewohner ueber 18 Jahre alt sind). Natuerlich wird trotzdem sehr viel am strengen Blick der Wachfrau neben dem Eingang vorbeigeschmuggelt. Ausgehen (und vor allem spaet heimkommen) ist auch nicht so einfach und muss extra angekuendigt werden. Wie schon erwaehnt ist warmes und kaltes Wasser manchmal Glueckssache. Mal sehen was mich noch erwartet, wenn im Oktober die ersten Froeste krachen. Es gibt hier auch soetwas wie eine Gemeinschaftskueche. Das bedeutet leider, dass gemeinschaftlich _nicht_ sauber gemacht wird und man aus den Schichten der Kruste auf den Herdplatten auf die Ernaehrungsgewohnheiten ganzer Studentengenerationen schliessen kann. Ok, das Problem ist auch aus deutschen Studentenwohnheimen bekannt.
An diesem Wochenende wurde eine Tour nach Medeu dem legendaeren Eisstadion auf 1600 Metern Hoehe unternommen. Es gibt eine direkte Buslinie und somit gestaltet sich die Anfahrt denkbar einfach. Das Stadion selbst ist bekannt fuer eine ganze Reihe von Eisschnelllaufrekorden. Man kann dort sowohl im Winter als auch im Sommer Schlittschuh laufen. Oberhalb des Stadions befindet sich ein grosser Damm, der die Stadt Almaty vor Schlammlawienen schuetzen soll. Ueber 800 Stufen fuehren auf den Damm. Man hat von dort einen schoenen Blick auf die Stadt, der diesmal leider (wie allzu oft) durch eine gewaltige Dunstglocke versperrt war. Anschliessend wurde noch ein seitlicher Huegelkamm (zumindest teilweise) bezwungen und ein kasachisches Umspannwerk "besucht". Zurueck in der Innenstadt ging es noch kurz auf den gruenen Markt und dann war der Sonntag auch schon wieder vorbei.
Viele Gruesse
Michael
4. Woche 22.September - 28. September
Mittlerweile ist die vierte Woche zuende und ebenso leider auch die warmen Tage in Almaty. Am Montag Morgen hatte es gleich mal 4 Grad und auch tagsueber klettert das Thermometer kaum in den zweistelligen Bereich. Waren letzte Woche noch T-Shirt und Hemd das Mittel der Wahl, so mussten diese Woche warme Pullis und Jacken aus dem Schrank geholt werden. Immerhin, ein Lichtblick, trotz der Kaelte ist noch kein Regentropfen, geschweige denn eine Schneeflocke gefallen. Die Menschen in Almaty lassen sich von der ploetzlichen Kaeltewelle nicht beeindrucken. Die Strassen und Geschaefte sind so voll wie immer, ob die Autokaravane zugenommen hat ist schwer zu sagen - sie reicht bis zum Horizont, wie immer. Auch die Busse sind vor allem morgens und abends unveraendert vollgestopft.
Ja, das Bussystem oder allgemeiner gesagt der oeffentliche Nahverkehr, darueber sollte man auch ein paar Zeilen schreiben. Ansich klingt es ganz gut. Es gibt hier Strassenbahnen, Omnibusse, Trolleybusse (die mit den Oberleitungen und paarweisen Stromabnehmern) und die erste U-Bahnlinie soll in Kuerze eroeffnet werden. Man muss darauf hinweisen, dass der U-Bahntunnel seit 30 Jahren gegraben wird, aber in den letzten Jahren scheint es wieder etwas schneller voranzugehen. Auch viele Taxis bevoelkern die Strassen. Von den Taxis sind ca. 3/4 "inoffiziell". Man stellt sich einfach an die Strasse und winkt: innerhalb von wenigen Sekunden hat man eine Mitfahrgelegenheit. Natuerlich ist das nicht umsonst - den Preis sollte man vor der Fahrt ausmachen. Alles in allem klingt das fuer eine Millionenstadt doch ganz passabel. Man koennte meinen, dass man als Aussenstehender ohne grosse Probleme von A nach B kommen kann. Von wegen. Erstens: es gibt keinen Busplan. Welcher Bus wann und wo, wohin faehrt bleibt meist ein Geheimnis der (vielen) Busunternehmen und haengt, soviel kann ich nach 4 Wochen Buserfahrung sagen, von der Uhrzeit, dem Wochentag, dem Wetter und der Stimmung des Busfahrers ab. Zweitens: Als Auslaender zahlt man bei den inoffiziellen Taxis immer drauf. Leichter Akzent: + 100%, gebrochenes russisch: + 200%, kein russisch: umsonst, bis zum naechsten Hinterhof. Ok, ganz so schlimm ist es nicht, aber als taegliches Transportmittel scheiden Taxis definitiv aus. Drittens: Vor allem Abends oder am Wochenende fahren teilweise keine oder nur sehr wenige Busse. Klar, leere Busse lohnen sich nicht koennte man meinen. Aber gerade Abends sind diese meist sogar noch viel voller als tagsueber. Wenn sich das Busgeschaeft also lohnt, dann um diese Zeit. Warum das Geld niemand verdienen will bleibt mir ein Raetsel.
Am Wochenende ging es wieder auf den gruenen Markt. Die orientalische Stimmung, das Gedraenge der Menschen und die unglaubliche Vielfalt der Waren wurden diesmal auch auf Bildern festgehalten. Die meisten Verkaeufer sind gegenueber Photos recht aufgeschlossen, andererseits sind Touristen eher die Ausnahme und ein zu offenes Zeigen der Kameras ruft auch Langfinger auf den Plan. Ich denke wir haben einen guten Kompromiss gefunden und ein paar schoene Aufnahmen geschossen. Auch im Umfeld des gruenen Marktes gibt es noch Einkaufszentren und offene, "wilde" Maerkte sowie einzelne Verkaeufer die ihre Waren auf kleinen Tischen oder Decken am Strassenrand anpreisen. Hier findet man teilweise sehr schoene Souveniers, die im Gegensatz zu denen in den teuren Einkaufspassagen auch bezahlbar sind.
Am Sonntag wurde wieder ein Ausflug unternommen. Diesmal ging es zum Grossen Almatiner See. Dieser Gebirgssee befindet sich auf einer Hoehe von 2500 Metern und wird von verschiedenen Gletschern des Altai gespeist. Nur eine sehr holprige Strasse fuehrt auf einer Serpetinenstrecke zum See. Dementsprechend gelaendegaengig muss der Bus sein und trotz guter Federung war die Fahrt sehr abenteuerlich. Nachdem wir kraeftig durchgeschuettelt waren, wurden wir von dem wunderbaren Panorama des Sees mit umliegenden Berggipfeln belohnt. Das Wasser hat eine milchig gruen-blaue Farbe, die in einem schoenen Kontrast zu den unzaehligen Tannen und Kiefern, sowie den mittlerweile schneeweissen Gipfeln steht. Jetzt im September hat der See aufgrund der Schneeschmelze im Sommer seinen hoechsten Wasserstand erreicht. Ein Umgehen war somit an seiner Westseite aufgrund der steil abfallenden Haenge nicht moeglich. Auf der Ostseite fuehrte uns ein schmaler Pfad in Richtung Gletschermuraene. Nur sehr wenige Wanderer kommen uns aus Richtung Kirgistan entgegen. Der See liegt absolut verlassen da, einzig einige, wenige Ziegelruinen saeumen seine Ostseite. Entlang des Gletscherflusses machen wir uns weiter auf den Weg in Richtung kirgisischer Grenze. Der Wasserstrom ist im Moment reissend schnell und auch schwerste Gesteinsbrocken werden krachend mitgerissen. Nach etwa 3 stuendiger Wanderung erreichen wir den Westhang des Pik Sowjetow (4300 Meter), der vor uns vollstaendig schneebedeckt im Sonnenlicht erstrahlt. Leider muessen wir an dieser Stelle breits den Rueckweg antreten. Das Wetter wird von Minute zu Minute schlechter und als wir nach etwa 2 Stunden den Damm des Sees erreichen ist dieser bereits vollstaendig von Wolken verhangen. Leicht durchgefrohren erreichen wir den Bus, der uns wieder auf der Holperstrasse zurueck nach Almaty bringt.
Das war die vierte Woche.
Viele Gruesse aus Kasachstan,
Michael
5. Woche 29.September - 5. Oktober
Die fuenfte Woche ist vorbei und ich bin damit schon ueber einen Monat in Almaty. Mir kamen die vergangenen Wochen viel kuerzer vor. Auch diese Woche war wieder sehr kurzweilig. Der Montag war aber erstmal sehr enttaeuschend: Dauerregen und der Himmel eine einzige graue Flaeche. Da es allerdings in den letzten 4 Wochen allenfalls kurz getroepfelt hat, war ein richtiger Regenguss schon lange herbeigesehnt worden. Der fingerdicke Staub auf den Strassen und Wegen hat dann das Abwassersystem gleich mal aus dem Tritt gebracht. Folglich stand das Wasser an vielen Stellen ein bis zwei Zentimeter hoch. Erst gegen Nachmittag waren die meisten Entwaesserungskanaele und Gullis freigespuelt und von der Seenlandschaft blieb nur noch eine matschig, schwarze Schlickschicht uebrig.
Das schlechte Wetter sollte mich aber nicht davon abhalten mich mit Mitgliedern des Vereins AVALON www.guide.kz zu treffen. Bei Bier und Shashlyk gab es dann noch so einige Tipps zu Ausflugszielen rund um Almaty. Ausserdem hat eines meiner Astana-Bilder (aus 2005) seinen Weg in eine Zeitschrift gefunden. Immerhin, das Wetter war damals noch scheusslicher als heute, hat sich die Muehe gelohnt. ;) Apropos Shashlyk ich habe noch fast gar nichts ueber das Essen in Almaty erzaehlt. Die kasachische Kueche ist von der anderer zentralasiatischer Kulturen nur schwer abzugrenzen. Viele Gerichte und Zubereitungsmethoden ueberschneiden sich. Typischerweise ist das Essen sehr deftig. Viel Fleisch: Rind, Hammel, Schwein - solange es die religioese Gesinnung erlaubt, Gefluegel, Pferde- und Ziegenfleisch. Dazu gibt es Teiggerichte, Gemuese ist eher die Ausnahme. Zum Essen wird Tee mit Milch gereicht. Das Nationalgetraenk heisst "Kumys" - vergorene Stutenmilch. Bis jetzt hatte ich noch nicht die Ehre... Mein Lieblingsgericht ist uebrigens "Plov". Es handelt sich um geduensteten Reis mit Zwiebeln, Karotten und Fleisch. Eigentlich ist es ein usbekisches Gericht (hat man mir gesagt), aber so genau weiss das keiner hier. Die studentische Kueche ist dagegen eher einfach. Meisst gibt es kaltes Abendbrot, manchmal wird auch gekocht. Zum Repertoire gehoeren dann Nudeln, Reis, Kartoffeln, verschiedene Gemuesesorten und Huehnchenfleisch - saemtliche Kobinationen sind moeglich.
Interessanterweise gibt es in ganz Kasachstan keine einzige der bekannten internationalen Fastfoodketten. Ja, in Kasachstan wird man kein "Goldenes M" und auch keinen Wuergerking finden. Nitshewo. Keine Chance. Ob es sich dabei um eine Restriktionsmassnahme des kasachischen Gesundheitsministeriums handelt, habe ich bis jetzt nicht in Erfahrung bringen koennen. Eins ist klar: die Kasachen stehen auf Fastfood und sind auch bereit dafuer richtig viel Geld auszugeben. Es gibt hier eine Burgerkette namens "King Burger" (kein Witz!). Das Design aehnelt sehr dem amerikanischen Vorbild und die Preise sind gesalzen. Aehnlich verhaelt es sich auch mit den meisten anderen Burgerbratereien, die sich oft in groesseren (und teuren) Einkaufszentren befinden. Als Europaeer hat man den Eindruck eine Fasade geboten zu bekommen. Ein Lebensgefuehl soll vermittelt werden: die amerikanische (oder auch europaeische) Fastfoodkultur, welche hier in Zentralasien gaenzlich unbekannt ist. In Europa wuerde man ein chinesisches oder mongolisches Restaurant besuchen - hier geht man zu King Burger.
Am Donnerstag gab es zur Abwechslung mal Kultur. Ein Besuch bei der staatlichen kasachischen Philharmonie "Shambyla" stand auf dem Programm. Geboten wurde ein klassisches Konzert unter dem Titel "Franzuzskaja Osen'" - Franzoesischer Herbst. Zu den Klaengen von Geige, Chello, Fluegel und einer Sopranstimme fand der Tag einen angenehmen Ausklang. Die Musiker waren absolute Spitze und es war schnell klar, dass Almaty nachwievor den kulturellen Mittelpunkt Kasachstans darstellt.
Eine eher unschoene Nachricht kam am Freitag. Mein Rueckflug im November wurde von der Fluggesellschaft storniert. Die Gruende sind noch eher unklar, aber anscheinend wurden auch alle weiteren Fluege im November gecancelt. Als Alternative bleibt mir entweder schon im Oktober zurueckzufliegen oder auf eine andere Linie umzubuchen. Die Details werde ich aber erst Montags erfahren.
Samstags hiess es wieder frueh aufstehen. Der einzige Bus Richtung Shymbulak faehrt taeglich ab 8 Uhr morgens. Ein weiterer Tag in den Bergen war geplant. In knapp einer Stunde hat der altersschwache "PAZ" uns auf 2200 Metern gebracht. Uns erwartete saubere Luft, glasklare Sicht und grenzenlose Stille. Auf einer verlassenen und recht abgeschrubbten Skipiste ging es dann zu Fuss weiter. Nach etwa 3 Stunden (mit einigen Pausen, die Sicht war zu gut) erreichten wir den Talgar Pass auf 3160 Metern Hoehe. Von hier aus hat man einen wunderschoenen Blick auf verschiedene Gebirgskaemme und einen Gletscher. In der Ferne leuchtet der Gipfel des Talgar, mit knapp 5000 Metern der hoechste Berg des Altai. Auf der Gletschermuraene ging es dann noch etwa eine Stunde weiter. Leider zogen recht bald dunkle Wolken auf und um nicht von einem Unwetter ueberrascht zu werden, machten wir uns auf den Rueckweg. Gegen 17 Uhr erreichten wir die Bergstation und den Bus, der uns wieder zurueck nach Almaty brachte.
Sonntags war dann eher ein ruhigerer Tag. Ich habe einige Einkaeufe auf dem gruenen Markt erledigt. Vor allem viele Fruechte standen auf dem Plan, hier sind sie nachwievor sensationell guenstig. Eigentlich war heute auch ein grosses Stadtfest, der "Tag des Apfels". An verschiedenen Plaetzen gab es Konzerte, Auffuehrungen und es wurden kostenlos Aepfel verteilt. Das Fest fiel aber ziemlich ins Wasser. Nach einem gewaltigen Regenguss standen Teile der Stadt kurzzeitig mehrere Zentimeter unter Wasser, Gullis liefen ueber und Unterfuehrungen waren ueberflutet. So schnell wie der Spuk kam, war er auch schon wieder vorbei. In den Abendstunden liess sich sogar kurzzeitig noch die Sonne blicken. Typisches Herbstwetter in Almaty.
Bis naechste Woche,
Michael
6. Woche 6. Oktober - 12. Oktober
Eine weitere Woche ist vergangen, viel neues ist aber nicht passiert in Almaty. Die Sonne hat sich gegen das Regenwetter der letzten Woche durchgesetzt und in den folgenden Tagen war es angenehm warm und trocken. Mich hat allerdings eine fiese kasachische Erkaeltung erwischt. Vermutlich habe ich mich bei meinen Mitbewohnern angesteckt. In den letzten Wochen war jede Woche ein anderer krank - jetzt hat es also auch mich erwischt. Waehrend ich mich versuche mit Hustensaft und Insty (eine Art russischer Kraeutertee) wieder aufzupaeppeln geht das Leben hier seinen gewohnten Gang.
Aufgrund der sehr strengen Vorschriften im Wohnheim wurde ich Anfang der Woche Zeuge eines ungewoehnlichen Schauspiels. Normalerweise ist Fremden der Zutritt zum Wohnheim nicht erlaubt. Waehrend tagsueber vielleicht noch eine Ausnahme gemacht werden kann, wird man Abends oder Nachts auf jeden Fall abgewiesen. Nun kann es aber passieren, dass ein wohnheimsfremder Student seine Freundin besuchen will. In diesem Fall gibt es zwei Moeglichkeiten - entweder den Waechter am Eingang bestechen oder einen anderen Weg als die Eingangstuer zu nehmen. Die Waerterinnen hier sind allesamt leicht angegraute Drachen mit strengem Blick - garantiert unbestechlich. Somit bleibt nur die zweite Moeglichkeit. Unser Zimmer befindet sich im zweiten Stock, das Erdgeschoss und der erste Stock sind vergittert. Aus mehreren Bettlaken wird also eine Leine gebaut und, nachdem die Luft rein ist, am Fenster heruntergelassen. Nach einem Pfeifsignal springt unser Freund aus dem Gebuesch, ergreift das hoffentlich sicher verknotete Laken und in weniger als 10 Sekunden steht er bei uns im Zimmer.
Am Sonntag Abend gab es im Sueden Kirgistans in der Region Osch ein schweres Erdbeben. Dabei sind etwa 70 Menschen ums Leben gekommen, mindestens 120 Haeuser wurden zerstoert. Das Beben hatte die Staerke 6.6 auf der Richterskala. Die kirgisische Grenze liegt etwa 50 km suedlich von Almaty, das Erdbeben ereignete sich 400 km sued-westlich von hier. Almaty selbst ist stark erdbebengefaehrdet. Das letzte grosse Beben war 1911 (Staerke 8.2), ein weiteres schweres Erdbeben ist nach Aussage von Geologen schon lange ueberfaellig. Aus diesem Grund muessen hier alle Gebaeude erdbebensicher konstruiert sein. Man merkt das recht schnell, wenn man sich auf den Baustellen hier umschaut (von denen es recht viele gibt). Die Stahltraeger sind wesentlich massiver und oft trifft man auf eine Art Fachwerkbauweise mit diagonal eingefuegten Stuetzkonstruktionen. In Almaty gibt es aber auch viele alte Gebaeude aus den 60ern und 70ern. In der Mehrheit haessliche Betonkloetze und Plattenbauten. Angeblich sind diese aber trotzdem sehr massiv und wuerden auch schweren Beben standhalten. Neulich hat mein Monitor leicht angefangen zu wackeln. Wir sind uns aber noch nicht ganz einig ob das jetzt ein Erdbeben oder nur Fussgetrampel aus dem unteren Stockwerk war ;-)
Wie schon erwaehnt wurde mein Rueckflug der urspruenglich ueber Riga fuehren sollte storniert. Anscheinend hatte die Fluggesellschaft zu wenig Buchungen auf der Liste. Als Alternative darf ich jetzt mit einer grossen deutschen Fluglinie mit einem Vogel im Logo ueber Frankfurt nach Muenchen fliegen. Einziges Problem: Das Gewicht des Handgepaecks ist beschraenkt. Bei der lettischen Linie durfte man soviel Handgepaeck mitnehmen wie man tragen konnte. Als Folge habe ich jetzt schon ohne Geschenke und Souveniers 5 kg Uebergepaeck. Bei 20 Euro/kg koennte das ein teurer Spass werden... Souveniergeschaefte findet man hier in Almaty uebrigens ueberraschend viele. Und das wo es hier eigentlich kaum Touristen gibt. Die Sache klaert sich auf, wenn man einen Blick auf die Kunden in diesen Geschaeften wirft. Es sind sehr oft Kasachen, die sich hier mit traditionellen Gewaendern und Kopfbedeckungen, Holzschnitzereien, Lederarbeiten und Filzteppichen eindecken.
Vielleicht noch ein paar Worte zum Einkaufen in Kasachstan. Wie schon erwaehnt bilden die Maerkte die mitunter guenstigste Quelle fuer Waren aller Art. Man findet dort natuerlich Lebensmittel, aber auch Haushaltswaren, Bekleidung, Schuhe, und sogar Elektrogeraete oder Moebel. Lebensmittel und Hygieneartikel bekommt man auch in den kleinen Tante-Emma Laeden, von denen es an jeder Strassenecke mindestens einen gibt. Der Innenraum ist dann wie aus dem Bilderbuch. Eine Teke vollgestopft mit Fleischwaren, Wurst und Kaese, dahinter Tante Emma, immer mit einem Laecheln auf dem Gesicht. An der Wand Regale mit Konserven, Suesswaren, Tee, Brot und Alkoholika. Als weiteres noch ein Kuehlschrank mit Milch, Kefir und Majonese und eine Gefriertruhe fuer Fleisch, Fisch, Eis und Butter (falls mal jemand suchen sollte). Ein paar grosse Saecke mit Zucker, Mehl, Reis und Nudeln runden das Bild ab. Wenn man Glueck hat steht sogar noch ein Abakus auf dem Tresen. Wie auch schon in Europa nimmt die Zahl dieser kleinen Laeden langsam aber stetig ab. Die preisliche Macht der Supermaerkte ist einfach zu gross. Was als Verkaufsargument bleibt ist raeumliche Naehe und die oft 24 stuendige Verfuegbarkeit. Rund um die Uhr bekommt man Waren auch in kleinen Kiosken, die sich oft an den Bushaltestellen befinden. Vor allem Nachts sind diese dann die erste Anlaufstelle fuer Bier und Wodka. Verkauft wird durch ein kleines Fenster - Sicherheit geht hier vor. Mittlerweile gibt es auch viele Supermaerkte in Kasachstan. Internationale Ketten findet man aber vergebens. Die Preise sind im Vergleich zu den Maerkten hoch. Im Vergleich zu den kleineren Geschaeften haben die Supermaerkte bei "Pfennigartikeln" mittlerweile aber den laengeren Atem. Ebenso findet man grosse Einkaufszentren in Almaty. Verkauft wird dort in kleinen Boutiken, in der Hauptsache Kleidung und Schuhe. Viele der Geschaefte werben mit Markennamen und der Herkunft ihrer Artikel aus der Tuerkei (hohe Qualitaet) oder Deutschland (hoechste Qualitaet). Dementsprechend gesalzen sind die Preise. Bei manchen Marken bin ich mir aber etwas unsicher. Was in Kasachstan als exklusiv angeboten wird ist in Deutschland manchmal hoechstens ein kleines Landengeschaeft oder gar eine Briefkastenfirma.
Nachdem die Woche recht ereignislos verging, brachte das Wochenende schlechte Neuigkeiten. Freitags hat mir eine Mittelohrentzuendung eine recht schlaflose Nacht bereitet. Als Folge hatte ich Samstags dann einen kleinen Einblick in das kasachische Gesundheitssystem. Dank IAESTE bin ich Mitglied der privaten kasachischen Krankenversicherung INTERTEACH - zumindest fuer die Dauer meines Aufenthalts. INTERTEACH betreibt Krankenhaeuser hohen Standards (im Vergleich zum Landesdurchschnitt) in den groesseren kasachischen Staedten. Neben INTERTEACH gibt es noch zwei andere private Versicherungsgesellschaften - die "VIP Klinik" (Praesidentenklinik) und "S.O.S International". Behandelt wird nur wer Mitglied ist. Eine Ausnahme gemacht wird bei Notfaellen - aber auch dann nur mit Vorkasse! Die Mitgliedsbeitraege sind hoch - fuer den Grossteil der Bevoelkerung zu hoch. Die meisten Kasachen sind nicht versichert. Ich zahle etwa einen Euro pro Tag - das ist immer noch weniger als die Haelfte dessen was die guenstigste deutsche Krankenversicherung kostet. Die Ausschlussliste fuer Behandlungen ist aber lang. Ich sollte mich zum Beispiel nicht fahrlaessig von einem Auto anfahren lassen...
Als ich und mein russischsprachiger Begleiter Samstag morgens dann endlich das INTERTEACH Krankenhaus gefunden hatten gab es erstmal Scherereien. Meine Versicherung war angeblich ungueltig und ich war nicht im Besitz einer offiziellen Mitgliedskarte (die ich auch nie bekommen hatte). Nach langwierigen Verhandlungen wurde ich dann schliesslich doch als Mitglied anerkannt und durfte auf den bequemen Ledersesseln im Gang Platz nehmen. Die Klinik war sehr geschmackvoll eingerichtet: ueberall dicke gruene Teppiche, an der Decke Kronleuchter, cremefarbene Ledersessel und Messingschildchen an den Tueren. Die Behandlung selbst lief dann aehnlich wie in Deutschland ab. Zum Ende wurde eine lange Liste von Medikamente aufgeschrieben. In der Apotheke gab es dann noch einen kleinen Preisschock. Apotheken machen den zweitgroessten Umsatz in Almaty - gleich nach den Autoverkaeufern.
Den Sonntag lies ich etwas ruhiger angehen. Schliesslich hatte ich jetzt auch genug Zeit mit meiner umfangreichen Medikamentensammlung zu verbringen. Ganz in der Naehe meiner Studentenbehausung befindet sich der botanische Garten von Almaty. Theoretisch ist der Zutritt am Wochenende nicht moeglich. Die freundlichen Wachmaenner am Eingang liessen sich nach einer kleinen Spende von 250 Tenge schliesslich doch ueberreden und somit war ich fast allein in einer ziemlich unuebersichtlichen Waldlandschaft. Der botanische Garten war zu Zeiten der Sowjetunion beruehmt fuer seine Fuelle an nicht-heimischen Planzenarten. In den 90ern ist das Gelaende aber stark verwildert und ein Grossteil der Baeume und Straeucher hat sich selbststaendig gemacht. So hat der Garten jetzt den Charme eines Mischwaldes mit dutzenden verschiedenen Baumarten, die im Oktober in allen Herbstfarben, von gruengelb ueber sattgelb, orange, ziegelrot bis hin zu weinroten Farbtoenen erstrahlen.
Soviel zur sechsten Woche in Kasachstan.
Viele Gruesse,
Michael
7. Woche 13. Oktober - 19. Oktober
Woche Nummer 7 neigt sich dem Ende zu. Was gibt es neues zu erzaehlen? Eigentlich nicht viel. Auf der Arbeit gibt es viel zu tun, schliesslich bin ich nur noch 2 Wochen hier und ich moechte meine Arbeit natuerlich vernuenftig abschliessen. Mein Gesundheitszustand bessert sich so langsam. Aber leider auch nicht so schnell wie ich erhofft hatte. So eine kasachische Grippe ist ziemlich zaeh...
Das wechselhafte Wetter aus Regen und Sonnenschein hat sich fortgsetzt, wobei die Temperaturen langsam aber stetig fallen. Langsam wird es auch im Wohnheim ungemuetlich. Die Heizung wird fruehestens im November in Betrieb genommen. In der Sowjetunion wurden alle grossen Staedte mit einem Fernwaermenetz ausgeruestet. Meist gibt es ausserhalb der Stadt ein oder mehrere grosse Kohlekraftwerke, die sowohl der Strom- als auch der Waermeversorgung dienen. Ansich ein durchdachtes Konzept und in Zeiten hoher Oelpreise sogar wieder richtig modern. Wenn so ein Kraftwerk aber mal ausfaellt wird es richtig ungemuetlich. Ausserdem entscheiden allein die Versorgungsunternehmen ab wann es Heizwaerme gibt. Typischerweise haengt das vom Fuellstand der Gemeindekasse und nicht vom aktuellen Wettergeschehen ab. Wenn die Heizung dann aber mal laeuft, kann man sie auch nicht mehr ausschalten, geschweige denn schwaecher stellen. Zur Temperaturregelung bietet sich klassischerweise das gekippte Fenster an.
Anfang der Woche gab es hier im Gebaeude Erdbebenalarm. Zum Glueck nur ein Probealarm. Das ganze laeuft dann so ab: Solange die Alarmsirene haeult muss man an den Tuerpfosten oder Ecken des Raumes Schutz suchen. Anschliessend (wenn das Erdbeben vorbei ist) wird das Gebaeude moeglichst schnell evakuiert. Draussen gibt es Sammelplaetze fuer die jeweiligen Gruppen. Die Katastrophenschutzpolizei hat das ganze kritisch begutachtet und sogar ein Fernsehteam war anwesend.
Mitte der Woche hatte ich dann auch endlich mal die Gelegenheit mit einem Trolleybus zu fahren. Trolleybusse sind die, bei uns laengst ausgestorbenen, Oberleitungsbusse mit zwei paarweise angeordneten Stromabnehmern auf dem Dach. Im Gegensatz zu Strassenbahnen haben sie wesentlich mehr Bewegungsfreiheit, fahren angenehm leise und natuerlich ohne Emissionen. Fast alle Staedte in der ehemaligen Sowjetunion haben O-Busnetze. Leider sind auch die Fahrzeuge seit dem Einrichten der Netze nie ersetzt worden und schon die Vaeter der UdSSR duerften damit ihre Runden gedreht haben. Die Aussenwaende bestehen oft nur noch aus lackiertem Rost im Inneren muss man aufpassen, dass man nicht durchs Bodenblech bricht. Hersteller fuer neue Busse gibt es kaum. Einige wenige neue Fahrzeuge kommen von Skoda aus Tschechien. Interessant ist auch das Oberleitungsnetz. Da immer zwei Leiterseile paarweise verlegt sind findet man an Kreuzungen teilweise abenteuerliche Konstruktionen, die es ermoeglichen aus saemtlichen Richtungen kommend in saemtliche Richtungen abbiegen zu koennen. Angetrieben werden die Busse von etwa 800 V Gleichspannung. Leistungselektronik ist noch ein Fremdwort und daher hoert man bei der Fahrt Schuetze krachen und dank der Anfahrwiderstaende ist es auch immer schoen mollig warm. Ab und zu passiert es, dass ein Stromabnehmer, der normalerweise mit einer kraeftigen Feder und einer Schiene in Position gehalten wird, von der Oberleitung huepft. Dann muss der Fahrer aussteigen und mit Seilen die Stromabnehmer wieder in Position bringen.
In den O-Bussen gibt es mittlerweile auch schon Fahrkartenautomaten. Da wirft man dann sein 50 Tenge Stueck rein und bekommt einen lustigen Beleg. Ganz im Gegensatz dazu faehrt in normalen Dieselbussen fast immer ein Geldeintreiber mit, der genau darauf achtet, dass auch jeder beim Aussteigen bezahlt. Fuer Studenten gibt es uebrigens eine Ermaessigung. Daran koennten sich ein paar deutsche Stadtverwaltungen ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Zu fast jeder Tageszeit sind die Busse brechend voll. Ich hatte in mittlerweile 7 Wochen vielleicht 2 mal einen Sitzplatz. Abenteuerlich wird es im Sommer, wenn manchmal zur Nutzung des kuehlenden Fahrtwinds die Tueren offen bleiben und man Aufgrund von Platzmangel seinen Weg gerade so ueber die Tuerschwelle gefunden hat. Den Fahrtwind hat man aber manchmal bitter noetig - rauchende Busfahrer sind an der Tagesordnung. Selbiges ist den Passagieren natuerlich strengstens verboten. Die Fahrer haben es sich meist haeuslich eingerichtet. Gardinen ueber den Fenstern, Plastikblumen am Armaturenbrett, bunte CDs als Reflektoren an der Windschutzscheibe, sogar Pinups habe ich schon gesehen. Der Fahrer bestimmt auch das Musikprogramm, welches oft aus mehreren Lautsprechern ertoent. Kasachische Busfahrer hoeren entweder orientalische Klaenge oder "Modern Talking". Ihre deutschen Kollegen in den langweiligen 0-8-15 Bussen tun mir da fast leid. Gefahren wird ueberwiegend digital (Vollgas - kein Gas) und jeder verbleibende Millimeter zur Stossstange des Vordermanns ist einer zuviel. Eine beliebte Beschaeftigung ist es ausserdem arme Fussgaenger mit den vermutlich aus abgewrackten Oeltankern ausgebauten Nebelhoernern zu erschrecken. Die Busse selbst stammen entweder aus Korea (DAEWOO) oder sind gebrauchte Exemplare aus europaeischen Laendern; in der Hauptsache Deutschland. Die deutschen Beschriftungen hat man meistens nicht abgenommen. "Bitte nicht mit dem Fahrer sprechen", "die Polizei - dein Freund und Helfer" und "Schwarzfahren kostet 40 DM" - das war ja mal richtig billig!
Am Samstag bin ich auf den Baracholka Markt gefahren. Der Baracholka ist in Wirklichkeit nicht nur ein Markt, sondern eine kilometerlange Strasse aus vielen einzelnen Maerkten von denen jeder mindestens die Groesse eines ausgewachsenen Flohmarkts einnimmt. Von den Almatinern bekommt man nur mitleidige Blicke, wenn man seine Plaene mitteilt den Baracholka "nur mal so aus Interesse" besuchen zu wollen. Allein die Busfahrt ist eine Tortur. Die Marktstrasse befindet sich ganz im Nordwesten am Stadtrand Almatys. Der Bus platzte aus allen Naehten. Immerhin, die Fahrweise der Busfahrer war somit sogar ertraeglich. Die Dichte der Passagiere (der Bus war mindestens zweifach ueberbesetzt) machte ein Umfallen unmoeglich. Angekommen am Baracholka bleibt nur eine kurze Verschnaufpause - das groesste Abenteuer steht noch bevor. Eine lange, breite Strasse erstreckt sich vor einem: hunderte von Autos, daneben Teppichhaendler, Gemuesestaende, Shashlykverkaeufer. Links und rechts grosse Hallen mit einzelnen Maerkten und orientalisch klingenden Namen wie "Al Farabi", "Rachat" und "Bolashak". Die meisten Staende sind ueberdacht und es gibt verschiedene Hallen mit unterschiedlichen Produktschwerpunkten. Allein die Schuhhalle duefte groesser als alle Deichmanns in Deutschland zusammen sein. Daneben gibt es Hallen fuer Haushaltsgegenstaende, Kleidung, Lebensmittel - alles meist nochmal in Subkategorien eingeteilt. Sogar eine Goldschmuckhalle mit vielen kleinen Reparaturwerkstaetten habe ich gefunden. Im Allgemeinen geht es sehr orientalisch zu - es ist laut, es ist stickig und es ist brechend voll! Wer engen Koerperkontakt scheut, der ist hier definitiv fehl am Platz - und duerfte aber schon grosse Probleme mit der Busfahrt gehabt haben. Tausende von Menschen schlaengeln sich durch die engen Gassen zwischen den Verkaufsstaenden. Dazwischen quetschen sich Teeverkaeufer und Haendler mit Schubkarren voll mit Fruechten - um diese Jahreszeit bekommt man schon frische Mandarinen angeboten. Die hygienischen Zustaende sind erschreckend. Fleisch- und Fischwaren liegen meist ungekuehlt in den Auslagen, fließendes Wasser ist nur in Ausnahmefaellen vorhanden. Dazwischen tuermt sich der Muell, eine geregelte Abfallentsorgung sucht man vergebens. Von allen menschlichen Sinnen ist vor allem die Nase einem Gewitter aus Reizen unterworfen. Zwischen Geruechen von Gewuerzen, Shashlyk, frischem Samsa und Kraeutern mischen sich Muellgestank und Faekalienduefte. Lebensmittelkontrollen gibt es keine, wer hier einkauft weiss worauf er sich einlaesst. Das Preisniveau ist im Allgemeinen niedriger, als auf den Maerkten in der Stadt. Ein Grossteil der Waren stammt aus China (ist ja gleich um die Ecke) und somit hat man zwar eine riesige Auswahl, muss aber auch viel vergleichen und ein Auge auf die Verarbeitungsqualitaet werfen. Auch ein paar Souvenierstaende findet man auf dem Baracholka. Aus der Wuehlkiste einer koreanischen Verkaeuferin habe ich nagelneue kasachische Filzpantoffeln gezogen. Dazu gesellten sich noch weitere Mitbringsel und Geschenke.
Nach vier Stunden Baracholka lasse ich mich auf die Rueckbank des Busses fallen und schliesse die Augen. Es ist gerade mal 4 Uhr Nachmittags, aber fuer diesen Tag habe ich genug.
Sonntags stand ein Treffen mit zwei weiteren IAESTE Studenten an, die nach ihrem Praktikum noch ein paar Tage in Almaty verbringen. Zusammen fuhren wir mit einer Seilbahn auf den am Standrand gelegenen Kok Tebe. Das ist ein kleiner Huegel von dem man eine schoene Aussicht auf das Haeusernetz von Almaty hat. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Kurz nachdem wir die Bergstation erreicht hatten zogen dunkle Wolken auf und schon bald danach begann es zu regnen. Unsere Hoffnungen, dass wir es mit einem kurzen Schauer zu tun hatten, wurden leider zerstoert. Der Regen nahm kein Ende. Somit blieb nur eine Alternative: Abwarten und Tee trinken - im wahrsten Sinne des Wortes. Nach der Rueckfahrt mit der Seilbahn (welche Aufgrund des stuermischen Regens recht abenteuerlich war) machten wir noch einen kurzen Ausflug in Richtung "Platz der Republik" und danach liess ich die siebte Woche mit einer warmen Dusche und viel heissem Tee ausklingen.
Viele Gruesse wuenscht,
Michael
8. Woche 20. Oktober - 26. Oktober
Mittlerweile bin ich acht Wochen hier und so langsam muss ich leider ans Aufbrechen denken. In einer Woche (genauer gesagt am 3. November) geht mein Flug zurueck in die bayerische Heimat. Ein bisschen Wehmut kommt schon auf bei dem Gedanken bald wieder nach Hause zu fliegen. Nach zwei Monaten habe ich mich hier fast perfekt eingelebt und so einige kulturelle Bruecken geschlagen.
Natuerlich habe ich auch versucht mein russisch zu verbessern. Leider hielt sich der Erfolg eher in Grenzen. Ich kenne zwar jetzt viele neue Vokabeln, an der Grammatik beisse ich mir aber immer noch die Zaehne aus. Desweiteren benutzen gerade die Studenten hier viel Slang und gerne auch mal eine wilde Mischung aus russisch und kasachisch. Das klingt zwar dann recht lustig, aber mit dem Sprachverstaendnis bin ich meist am Ende. Immerhin, dank des neuen Wortschatzes tue ich mich mittlerweile leichter dabei Gespraeche zu verfolgen und wenn man seinem Gespraechspartner ein paar Worte auch ohne grammatikalische Struktur hinwirft, dann wird man trotzdem oft verstanden.
Dienstags habe ich mich mit Taga aus Japan getroffen, der mit IAESTE ueber zwei Monate in Ust-Kamenogorsk verbracht hat. Jetzt geniesst er noch ein paar Tage in Almaty bevor es mit einem kleinen Zwischenstopp in Taschkent/Usbekistan wieder zurueck nach Japan geht. Taga hatte uebrigens keine Wahlmoeglichkeit was sein Zielland betrifft. Das japanische IAESTE teilt jedem Bewerber einen Platz zu. Entweder man nimmt das Angebot an, oder man geht leer aus.
Mittwochs war ich bei Rafael aus der Schweiz (www.wiedenmeier.ch) eingeladen, einem freischaffenden Photographen, Kuenstler und Blogger, der mittlerweile ueber ein Jahr in Almaty lebt und arbeitet. Bei leckeren Wuerstchen von "Gut & Guenstig", die man in Almaty in einem der vielen 'Interfood' Laeden bekommt, kam gleich mal etwas Heimat-Feeling auf. Zu Bier und Broetchen mit selbstgemachter Knoblauchbutter entstand dann das ein oder andere interessante Gespraech zum Leben in Almaty und Kasachstan.
Da Rafael neulich ueber das Muellproblem in Almaty gebloggt hat, hier auch noch von mir ein Kommentar zu dieser ansich recht unschoenen Sache. Es ist leider war, die kasachische Bevoelkerung hat es zum Grossteil bis heute nicht gelernt mit Muell und dessen Beseitigung umzugehen. Waehrend die Innenstadt und die bekannten Parkanlagen und Sehenswuerdigkeiten noch halbwegs sauber sind, zeigt sich in den Wohngebieten ein trauriges Bild. Jede Haeuserluecke, jedes Abbruchgrundstueck, jedes Gebuesch und jeder offene Kanalschacht (von denen es hier so einige gibt) offenbart sich als wilde Muellhalde. Dazwischen stehen oft alle 50 Meter jungfraeulich-gruene Muelleimer. An den Strassenecken gibt es sogar Behaelter mit getrennten Oeffnungen fuer Papier, Flaschen und Verpackungen. Nach einem vorsichtigen Blick wird aber schnell klar, dass sich niemand Gedanken ueber Muelltrennung macht. Und wenn die Muelltuete nicht durch den duennen Schlitz fuer Papierverpackungen passt, dann fliegt sie eben ueber den naechsten Bauzaun, wo sie mit Sicherheit nicht weiter auffaellt. Ganz schlimm schaut es auch oft in den Bergen aus. Schluchten und Berghaenge werden von Wanderern zur Abfallbeseitung missbraucht. Ganz getreu nach dem Motto: Da liegt schon was, dann faellt meins auch nicht weiter auf. Letzten Samstag war mal wieder "Subbotnik". Es handelt sich dabei um freiwillige, gemeinnuetzige, staedtische Arbeit. Wie so oft ist der Subbotnik ein Relikt aus der Sowjetzeit, das sich interessanterweise bis heute behauptet hat. Scharenweise stroemen dann meist Schueler und Studenten aus um Wege und Parks von Unkraut und Blaettern zu befreien. Die Muellhaufen in den Hinterhoefen bleiben unangetastet, der Muell in den Bergen sowieso. In der Steppe findet man manchmal Muellgruben, die sobald sie voll sind mit Erde bedeckt werden. Da haben dann die Archaeologen bestimmt auch noch ihren Spass dran.
Freitags stand der Hoehepunkt meines Aufenthalts in Kasachstan an - eine Fahrt nach Suedkasachstan. Das Ziel: Turkestan. Hier befindet sich die Grabmoschee des Hodscha Sufi Ahmad Jassawi. Es handelt sich hierbei um den bedeutensten muslimischen Wallfahrtsort in Zentralasien und eines der faszinierendsten Gebaeude Kasachstans. Freitag Nachmittag geht es mit dem Bus los auf die 900 km lange Hinreise. Die Route fuehrt Richtung Suedwesten, entlang der kirgisischen Grenze auf den Pfaden der ehemaligen grossen Seidenstrasse. Die Reisegruppe ist bunt gemischt. Neben glaeubigen Pilgern finden sich Grundschueler, eine ganze Horde Gymnasiasten und auch ein Historiker unter den Mitreisenden. Nach 3 Stunden Fahrt machen wir Halt an einer kasachischen "Autobahnraststaette". Zum Essen gibt es Lagman, ein leckeres zentralasiatisches Nudelgericht aus langen fadenfoermigen Nudeln mit Gemuese und Fleisch. Mittlerweile ist es stockdunkel geworden. Auf der Weiterfahrt erhellen nur noch die fahlen Scheinwerfer des Busses die Strasse. Rechts und links erwartet uns die Schwaerze der Steppe. Selten kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Ganze Karawanen von Lastzuegen werden auf der zweispurigen Strasse in einem Zug ueberholt. Auf dem DVD-Player des Busses laeuft ein russischer Kriegsfilm in ohrenbetaeubender Lautstaerke. Alle paar Sekunden macht der Bus einen Satz, wenn der Fahrer eines der vielen Schlagloecher uebersieht. Trotzdem nimmt die Muedigkeit so langsam ueberhand.
Lange Zeit fuer Schlaf bleibt mir aber nicht, denn gegen 3 Uhr Nachts erreichen wir Taraz, eine sehr alte kasachische Stadt mit heute ueber 300.000 Einwohnern. Im 11 Jahrhundert war Taraz ein bedeutendes Handelszentrum der grossen Seidenstrasse. Recht verschlafen haben wir kurz Zeit das Mausoleum des Karachan, bekannt auch unter dem Namen Aulie-Ata (Heiliger Vater), der hier als gerechter und weiser Herscher in die Geschichte einging, zu besichtigen. Wenige Kilometer von Taraz entfernt befindet sich das Mausoleum Aischa Bibi, welches zu Ehren von Aischa, der Braut des Karachan errichtet wurde. Faszinierend ist vor allem die sehr aufwendig gearbeitete Fassade des Gebaeudes. Mittlerweile ist es 4 Uhr Morgens und die Strassen werden ploetzlich weiss: es schneit. Zum Glueck handelt es sich aber um ein voruebergehendes Phaenomen. Selbst im Winter hat es im Sueden Kasachstans nur selten Minusgrade.
Um 7 Uhr Morgens erreichen wir Schymkent, eine weitere Grossstadt im Sueden Kasachstans und bedeutendes Handelszentrum auf den Pfaden der Seidenstrasse. Wir befinden uns jetzt weniger als 100 km von der usbekischen Grenze entfernt und auch Taschkent, die usbekische Hauptstadt, ist nicht mehr weit. Im fahlen Morgenlicht offenbart sich eine Stadt mit unzaehligen Cafes und weitlaeufigen Basaren. Viele Schilder und Hinweistafeln sind nur noch auf kasachisch gehalten. Schnell wird klar, dass man jetzt den von seinem sowjetischen Erbe dominierten Teil Kasachstans hinter sich gelassen hat. Zum Fruehstueck gibt es Samsa und Tee mit Milch, der hier nicht in Tassen, sondern in Teeschalen gereicht wird. Anschliessend geht es weiter in Richtung Turkestan. Auf der Fahrt fliegen neben endlosen Steppenlandschaften, Baumwollfelder, Schaf- und Kuhherden sowie einzelne Pferdereiter an den Busfenstern vorbei. Einem Aufenthalt im Al Farabi Museum, welches dem grossem persischen Philosoph und Gelehrtem gewidmet ist, folgte ein kurzer Abstecher nach Otrar. Diese Stadt gilt als eine der beruehmtesten der Seidenstrasse. Mittlerweile zeugen nur noch Grundmauern und unzaehlige, teils buntgefaerbte Tonscherben von ihrer Herkunft. An vielen Stellen finden Ausgrabungen statt.
In unmittelbarer Nachbarschaft von Otrar befindet sich die Grabmoschee fuer Aristan Bab, einem grossen islamischen Mystiker. In der Umgebung stehen viele weitere Graeber und Mausoleen, teilweise einzelne verlassene Grabsteine mitten in der Steppe. An der Strasse stehen Jurten in denen frische Milch und Kurt, gesaeuerte und anschliessend getrocknete Ziegenmilch, verkauft werden. An weiteren Staenden gibt es Gebetsutensilien zu erwerben. Das Tragen eines Kopftuchs ist hier fuer Frauen de facto verpflichtend. Auch von nicht Glaeubigen wird zumindest ein Stirnband als Zeichen des Respekts erwartet. Am Eingang der Grabmoschee muss man die Schuhe ablegen. Im Inneren erwarten einen dann mollig warme Perserteppiche und duftende Holzvertaefelungen. Von kasachischen Jugendlichen werde ich anschliessend eingeladen einer kurzen Gebetszeremonie beizuwohnen. Der Zeremoniemeister rezitiert mit singender Stimme Gebetsverse, waehrend die Glauebigen sich auf Knien um ihn gruppieren und mit den Haenden eine Schale formen. Nach dem Gebet wird grosszuegig Geld gespendet und auch das ein oder andere Geschenk fuer das Personal der Grabmoschee wird ueberreicht.
Auf der Weiterfahrt in Richtung Turkestan weicht die bisweilen mit Gras und Gebuesch bewachsene Steppenlandschaft ausgedehnten Wuestengebieten. Auch die Strasse wird immer schlechter. Der Bus hat mittlerweile die braune Farbe der Umgebung angenommen und obwohl es sich um ein deutsches Fabrikat handelt, laeuft der Motor etwas unrund und stirbt kurz nach dem Starten teilweise ganz ab. Unsere beiden Fahrer begeben sich mit Werkzeug in den Motorraum und schon nach wenigen Minuten haben sie die Kiste wieder flott gemacht. Fahrer Nummer 1 wird jetzt auch endlich (nach 12 Stunden hinter dem Steuer) von seinem Kollegen abgeloest, der sich auf sein Feldbett im Unterboden des Busses zurueckzieht.
Gegen 14 Uhr erreichen wir dann endlich Turkestan. Schon von weitem leuchtet uns die gewaltige himmelblaue Kuppel der Grabmoschee entgegen. Mit ihren 22 Metern im Durchmesser ist sie die groesste freitragende Ziegelkuppel Zentralasiens. Drei der vier Seitenwaende der Grabmoschee sind mit aufwendig gearbeiteten Mosaiken verziert. Die vierte Seite, das Hauptportal bietet ein voellig anderes Bild. Hier dominieren Erdfarben und ein gewaltiger 44 Meter hoher Torbogen. Im Inneren offenbart sich als erstes der grosse Kuppelsaal in dessen Mitte ein riesiges Metallbecken steht, das der Ueberlieferung nach aus einer Legierung von 7 Metallen geschmiedet wurde und ueber 600 Liter Wasser fasst. Weiterhin befinden sich im Gebaude viele Gebetsraeume, ein Brunnen, Raeume mit Sarkophagen und natuerlich eine Moschee. Die Grabmoschee selbst ist von einer gewaltigen Mauer aus ungebrannten Ziegeln umgeben. Im Aussenbereich findet man mehrere Mausoleen, eine Freitagsmoschee und rituelle Waschraeume sowie unterirdisch angelegte Gruften. Einige davon sind durch Gaenge miteinander verbunden. Die Besucher dieser heiligen Staetten sind unterschiedlichster Herkunft. Streng gekleidete Glaeubige, Pilgergruppen sowie interessierte Besucher und Touristen bewegen sich hier voellig ungezwungen nebeneinander. Trotzdem tragen die meisten Frauen ein Kopftuch. Manche dieser Kopftuecher sind sehr streng und bedecken das Haar vollstaendig. Andere sind offener und teilweise mit bunten Farben und Mustern bestickt.
Im Anschluss an den Besuch der Grabmoschee wurde ich noch zu Lagman und Piroshki (frittierte, gefuellte Broetchen) eingeladen. Ein Hoch auf die Gastfreundschaft der Kasachen! Als Deutscher (der zudem kaum russisch kann) bin hier natuerlich schon etwas aussergewoehnliches. Die meisten Kasachen kennen ein paar deutsche Woerter, die sie mir ganz stolz praesentieren: "Haende hoch", "alles gut", "eins zwei Grenadier". Und natuerlich auch so Dinge wie "mein Fuehrer". Verklemmtheit der nationalsozialistischen Vergangenheit wegen ist hier fehl am Platze. Ich wurde von Jugendlichen sogar gefragt ob man den Hitlergruss mit der linken oder der rechten Hand macht. Abneigung oder gar Hass erfaehrt man allerdings nie, auch wenn einige zumindest indirekt unter dem Naziregime zu leiden hatten.
So langsam ging dann auch die Sonne unter und es bot sich nocheinmal eine tolle Gelegenheit fuer Photos in der Umgebung der Grabmoschee. Ich habe anschliessedn auch endlich meine erste Kamelherde gesehen. Die Tiere standen gemuetlich, grasend in der Steppe. Auf der Heimfahrt erwartete mich noch ein wunderschoener Sonnenuntergang ueber der unendlich kargen Wuestenlandschaft. An Schlaf war natuerlich wieder kaum zu denken, im Radio lief deutsche Musik und ich wurde gebeten doch bitte zu uebersetzen. Das gelang mir aber nur sehr leidlich. Trotzdem habe ich mich in den letzten zwei Tagen fast ausschliesslich mit russisch durchgeschlagen. Es gab noch ein paar Strassenkontrollen, die aber mit dem Ausruf des Busfahrers "Studenti iz Turkestana" (Studenten aus Turkestan) schnell passiert wurden. Nach 14 Stunden holpriger Strassen, ungesicherter (unbeleuchteter) Unfallstellen, Lastwagen mit kaputten Ruecklichtern, waghalsigen Ueberholmaneuvern, einer bei 90 km/h ploetzlich aufspringenden Bustuer und einem Pinkelausflug irgendwo mitten in der stockdunklen Steppe erreichten wir gegen 8 Uhr morgens das verregnete und kuehle Almaty.
Jetzt heisst es erstmal viel Schlaf nachholen. Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Suedkasachstan ist Kasachstan pur, die sowjetische Vergangenheit ist hier fast vollstaendig ueberwunden. Nirgendwo sonst in Kasachstan ist man dem Orient so nahe.
Den neunten und letzten Wochenbericht werde ich wohl schon im Flugzeug schreiben. Bis dahin gibt es noch viel zu erledigen: Geschenke, Souveniers, Praktikumsberichte und natuerlich Abschiedsfeiern.
Bis naechste Woche,
Michael
9. Woche 27. Oktober - 2. November
Die neunte Woche ist vorbei und mittlerweile bin ich wieder zurueck daheim in der bayerischen Provinz. 5 Zeitzonen und 5000 km Luftstrecke trennen mich jetzt von Stadt in der ich die letzten zwei Monate verbracht habe. Zeit noch einmal kurz zurueckzukehren und zu rekapitulieren was in der letzten Woche passiert ist.
Mittlerweile laeuft auch endlich die Heizung im Wohnheim. Zum Glueck ist es fuer Ende Oktober noch recht warm und von Frost und Schnee blieben wir bisweilen ganz verschont. Trotzdem ist die Temperatur im Zimmer proportional zur Aussentemperatur gefallen. Kurz bevor wir an einem Punkt angelangt waren, an dem es angebracht gewesen waere auch im Zimmer eine Jacke oder gar eine Muetze zu tragen hat man sich unser erbarmt und die Heizung angeworfen. Jetzt gluckert lauwarmes Wasser durch die Heizkoerper: ein weiteres "russisches" Naturgesetz kommt zum tragen. Das Heizwasser fliesst in den alten sowjetischen Plattenbauten immer angefangen vom Dachgeschoss abwaerts durch die einzelnen Heizkoerper. Wer oben wohnt hat jetzt Saunaatmosphaere, im Erdgeschoss heisst es weiter frieren. Wir wohnen im zweiten Stockwerk. Zeit eine alte sowjetische Tradition aufleben zu lassen: das Abkleben der Fenster. Meisst haben diese hier Holzrahmen, welche sich nach vielen harten Winter gehoerig verzogen haben. Die Folge: millimeterstarke Schlitze zwischen Rahmen und Fenster durch die der kalte Wind pfeift. Die einfachste Loesung waere natuerlich eine Gummidichtung. Aber nix da. Wir befinden uns in einer MIETwohnung. Jeder muede Tenge ist zu viel fuer die Fratzen, die hier naechstes Jahr einziehen, die teuren Gummidichtungen wieder runterreissen und auf dem Basar verkaufen. Stattdessen kommt ein Spezialwerkzeug zum Einsatz, das Kreppband. Damit werden dann saemtliche Luftspalte fachmaennisch abgeklebt. Eine kleine Lueftungsklappe bleibt frei. Den Erstickungstod will dann doch niemand riskieren.
Dienstags gab es einen lauten Knall und anschliessend Stromausfall. Nachdem der Strom wieder da war, entpuppte sich unser notduerftig reparierter Wasserkocher als Uebeltaeter. Da haben wir die Isolationsfestigkeit von Klebeband wohl etwas ueberschaetzt. Nicht zu vergessen, vorher standen die Draehte teilweise blank in den Raum. Jetzt fliegt der Krempel aber entgueltig raus.
Mittwochs passierte dann noch eine unschoene Sache. Ich war mit Arman, meinem Mitbewohner, am westlichen Stadtrand Almatys im Mikrodistrik Aksai unterwegs, einer reinen Wohngegend mit nennen wir es "sozialen Problemen". Mehrere Jugendliche kamen uns entgegen und schuettelten uns die Hand als waeren wir alte Freunde. Sie muessten mal dringend telefonieren und ob wir nicht bitte... nur ganz kurz... Arman's Handy war ihnen dann wohl etwas zu alt, denn ploetzlich war das Interesse der Meute auf mich gerichtet. Nach dem Hinweis, dass ein gestohlenes Mobiltelefon lokalisierbar sei und ich unter dem Schutz der kasachischen Regierung stehe (na klar ...), waren sie nur noch auf Geld aus. Kurz vor einer handfesten Schlaegerei und ein paar Tenge Scheine weniger haben wir uns dann aus dem Staub gemacht. Der Verlust war zum Glueck nicht allzu gross (etwa 10 Euro), umso aergerlicher, dass saemtliche Passanten einen grossen Bogen um unsere Gruppe machten und auch sonst jeden Blickkontakt zu vermeiden versuchten. Etwas mehr Zivilcourage haette ich in dieser Situation schon erwartet. Ob dies nun aus Angst vor den Banden oder reinem Egoismus geschah, wird wohl immer ein Raetsel bleiben. Arman hat mir dann noch erzaehlt, dass er gerade in solchen Gegenden schon oefters in aehnliche Situationen geraten ist. Meist endet das ganze in einer Schlaegerei. Allzu beherzt sollte man aber nicht zuschlagen, ein Messer ist sonst schnell gezueckt und auch mit schwererer Bewaffnung ist immer zu rechnen. Letztendlich hat man zwei Moeglichkeiten. Erstens: Boerse leeren. Oder zweitens ganz in "Die Matrix" Manier: Rennen!
In den folgenden Tagen habe ich mir Zeugnisse ueber meine Arbeit ausstellen lassen, die letzten Souveniers gesucht und auf dem gruenen Markt sogar gefunden. Auch hatte ich noch die Gelegenheit Mjaso po-kasachski (Fleisch auf kasachische Art) probieren zu koennen. Auch unter dem Namen Beschparmak bekannt, ist es ein klassisches kasachisches Gericht aus Fleischstuecken und grossen Nudelfladen in einem leicht gesaeuerten, gewuerzten Zwiebelsud. Es folgten natuerlich noch Abschiedsfeiern und ein paar letzte Spaziergaenge durch das verregnete Almaty.
Der Rueckflug verlief dann recht ereignislos. Am Flughafen wurde einem armen Usbeken 5000 Tenge "Strafe" vom Flughafenpersonal abgenommen, weil er erst 30 Minuten vor seinem Abflug nach Taschkent am Check-in Bereich erschien. Der Flug mit dem gelben Kranich an Bord einer A340-300 war sehr angenehm. Mal abgesehen davon, dass der Pilot beim Abflug die gesamte Bahn brauchte, gab es keine heftigen Turbulenzen und in der Economy Class wurde zum Fruehstueck sogar Metallbesteck gereicht. Im Flight Entertainment System lief Weihnachtsmusik. Nach einem Zwischenstopp in Astana, der neuen Hauptstadt Kasachstans, ging es weiter nach Frankfurt. Dort fruehmorgens angekommen folgte noch ein Kurzflug nach Muenchen. Der Airbus A320-100 traegt die Kennung D-AIRY. Wem kommt das bekannt vor? Na? Genau, das ist der Airbus aus der Sendung mit der Maus, komplett mit Maus Logo am Heck. Angekommen in Muenchen, raus aus dem Flieger, Passkontrolle, Koffer abgeholt und in der naechsten Baeckerei gleich mal ein deftiger Leberkaes. Willkommen zurueck in Deutschland!
Mit diesem neunten Wochenbericht endet meine Berichterstattung ueber meine Zeit in Kasachstan. Schwer bepackt mit unzaehligen Eindruecken, Stimmungen und Erlebnissen, neuem Wissen, interessanten Erfahrungen, vielen Bekanntschaften, EMail Adressen, Telefonnummern, neu erlernten russischen Vokabeln, hunderten von Photos und einem ganzen Berg an Souvenirs und Geschenken kehre ich nach Hause zurueck. Dies war mit Sicherheit nicht meine letzte Reise nach Kasachstan!
Viele Gruesse
Michael